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Über Träume, Zeit und das Leben

Ich bin ein Träumer. Das hat schon meine Mutter immer gesagt. Allerdings glaube ich, sie meinte das anders als ich. In ihren Augen war (oder BIN) ich ein Tagträumer, oft unkonzentriert beziehungsweise nicht aufmerksam. Das stimmt auf vielen Ebenen auch, allerdings hat sich meine Träumerei über die Jahre verändert. Ich habe in meinem Leben noch nie hungern müssen, habe auf der anderen Seite aber noch nie großartig Geld verdient – zwar hatte ich immer irgend einen Job (Zeitungen austragen, Zivildienst, Universitätsklinik, Fahrschulaushilfe, Freelancer, Auszubildender, …), aber alles nur neben Schule/Studium oder um mich irgendwie über Wasser zu halten. Es gab Phasen, in denen ich stark kämpfen musste und ich bin sehr dankbar über die Unterstützung aus familiärer Reihe. Und obwohl ich heutzutage Buch führe und eigentlich eine sehr gute Übersicht habe über mein Geld, weiß ich nach wie vor nicht wie ich eigentlich über die Runden komme. Beziehungsweise: wieso ich so verdammt gut über die Runden komme. Ich lebe in einem Luxus, der ganz klar über meinem finanziellen Niveau liegt. Bin ich einfach immer noch zu verträumt, um die Übersicht zu behalten, und bilde es mir eigentlich nur ein?

IMG-20150131-WA0005Behind the Scenes beim Linus Musikvideo Dreh

Heutzutage weiß ich nicht mehr, welchen Gedanken ich früher hinterher hing, inzwischen bin ich mental jedenfalls immer am Arbeiten, versuche immer zwei Schritte vorwärts zu schauen. Welche Shots brauche ich beim nächsten Dreh? Welche Idee fällt mir zu welcher Stelle im Song ein? Was würde ich gerne mal noch ausprobieren? Oh.. hast du was gesagt?

Das ist nicht böse gemeint, und ist auch keine Absicht. Ich kann einfach nicht abschalten, und bin mir manchmal nicht sicher, ob ich das als positiv oder negativ sehen soll. Während ich 2014 schon dachte, viel zu tun zu haben, setzt 2015 schon nach 2 Monaten ein klares Zeichen. Neben Ausbildung in Vollzeit und Freelance nonstop noch Beziehung, Freunde und Familie sowie Zeit für mich selbst (neuerdings zum Beispiel durch meinen YouTube Channel.. oh Moment, das ist auch Arbeit) unter einen Hut zu bringen, ist wahrlich nicht einfach. Und trotzdem schaffe ich es derzeit, obwohl ich wesentlich mehr arbeite noch als 2014, auch wesentlich mehr Freizeitgestaltung in mein Leben zu integrieren. Aber ich mache mir nichts vor, ich mache mittlerweile sehr drastische Abstriche; während ich es 2014 zumindest ein Mal im Monat in meine Heimat geschafft habe, kann ich dieses Jahr froh sein alle 3 Monate Zeit dafür zu finden. Das tut weh, keine Frage. Und doch ist es – ganz ohne Überlegung – meine eigene Schuld. Alles eine Frage der Perspektive.

10257132_947757168567852_1218223458147143331_oBehind the Scenes beim Dreh vom Blassfuchs Musikvideo mit der GoPro Hero 4 Black EditionIMG-20150226-WA0000
Beim Kraftklub Konzert in Köln. Foto von Clemens H., Mitschüler von mir an der Berufsschule_MG_7050-133
Sam Carter von Architects in Köln. Ganze Gallerie folgt in Kürze

Denn ja, ich bin ein Träumer. Und mittlerweile träume ich von Großem. Die Tagträume haben sich verändert in Lebensträume, an denen ich arbeite. Und zwar konsequent und zugegeben rücksichtslos. Es fällt mir schwer, etwas Anderes vor meine eigenen Projekte zu stellen, Zeit zu nehmen für etwas Anderes. Vielleicht lesen das hier ja einige Betroffene. Ich versuche immer wieder zu betonen, dass mir das Leid tut und ich keine bösen Absichten oder Desinteresse damit ausdrücken möchte. Ob es nur eine Ausrede für mich selbst ist weiß ich nicht, aber ich bin mir sicher dass es nach der Ausbildung besser wird. 5 Tage, 40-50 Stunden mehr pro Woche.

10980154_999856023375832_8264512738805917927_o Einer meiner seltenen freien Samstag bei einem Testrundlauf mit meiner neuen Lumix GH4

Manchmal ist es denke ich auch das Richtige, einfach mal einen Schritt zurück zu treten von sich selbst, zu reflektieren. Ich habe das schon immer gerne gemacht, oder zumindest versucht. Ein Bewusstsein zu haben für das, was man selbst ist, warum man wie handelt und ehrlich mit sich selbst und seinen Mitmenschen zu sein. Das ist bei Gott nicht immer leicht, aber es hat mir enorm geholfen, besonders in schwierigen Zeiten. Und ich weiß, was ich alles auf der Strecke hab liegen lassen. Dass ich meine Familie und Freunde in der Heimat zurückgelassen habe, um meinen Weg zu gehen. Das wirft mir niemand vor, und ich denke jeder kann es verstehen. Trotzdem ist es schmerzhaft, manchmal würde ich gerne meine Sachen packen und ein simpleres Leben in der Heimat aufbauen. Ich bin eben ein Träumer.
Und ich weiß auch, dass ich extrem glücklich bin, mit dem was ich tue. Mit dem, wo mein Leben jetzt ist und wo es mich hinführt. Auch wenn ich viel meckere. Das Bewusstsein ist da.
Und ich weiß sogar, dass ich alles im Leben habe, dass es mir an nichts mangelt und dass meine Arbeit, die ich in all das hineinstecke, belohnt wird – das merke ich immer mehr.

Dieser Blogeintrag verfolgt kein klares Ziel. Mir kam nur kürzlich der Gedanke, dass ich keine Lust habe, mich auf meinem eigenen Blog einzuschränken. Ich schreibe hier von nun an auch solche Einträge, in denen ich einfach vor mich hin philosophiere.

Ich denke die Quintessenz hiervon ist: von nichts kommt nichts. Das hat schon Sido damals auf meinem iPod ge“sungen“ und schon tausende Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln beigebracht. Und sie haben recht. Ich kenne zwar ein paar Leute, die irgendwie durchs Leben stolpern ohne genauen Plan, und trotzdem vermutlich mehr Geld, mehr Freizeit und mehr Balance haben als ich, aber darauf sollte man sich nicht verlassen und darauf hätte ich auch gar keine Lust.

Und da von nichts auch nichts kommt, träume ich zwar auch weiterhin von Großem, bin aber auch weiterhin bereit alles dafür zu tun, was nötig ist.

Reise-MashupEin kleiner Ausschnitt aus den bisherigen Reisen durch Deutschland 2015

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