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Photokina 2016 Zusammenfassung

Moralischer Standpunkt: Ich wurde von absolut keiner/m Firma /Hersteller hierfür bezahlt oder verdiene mit diesem Eintrag etwas. Diese Eindrücke entsprechen einfach nur meiner eigenen persönlichen, subjektiven Meinung sowie Erfahrung.

Nach den Pressemeldungen im Vorfeld der Messe sind wir am ersten Tag der Photokina 2016 losgezogen und haben uns das Ganze mal persönlich angeschaut. Wir konnten definitiv nicht jeden einzelnen Stand besuchen, dennoch gab es viel Input und ich möchte hier meine Highlights und Lowpoints zusammenfassen.

Panasonic

Außer einer Teaser Ankündigung gab es von der GH5 leider nichts, worüber es sich zu berichten lohnt. Für mich ist es die Kamera mit dem größten Kaufpotential für 2017, sofern die restlichen – bisher unbekannten – Faktoren stimmen. Bekannt ist bisher nur, dass sie 10Bit 4:2:2 intern aufnimmt (bis 4K 30p) und in 8Bit auch 4K in 60fps schafft. Das sind schon starke Neuigkeiten, wie es allerdings tatsächlich um Codecs, Bitrates, 5-Achsen-Stabilisierung maximale fps in FullHD oder den Preis steht weiß bisher niemand. Den Body vom bisherigen Prototypen kann man auf der Messe nur durch Glas betrachten. Er scheint etwas größer auszufallen als die GH4 und die Buttons haben sich etwas verschoben. So scheint zum Beispiel der Aufnahmebutton vom Rücken der Kamera auf die Oberseite gerutscht zu sein. Alles in allem etwas enttäuschend, ich hatte mir hier mehr Informationsfluß und eine handfeste Betrachtung der Kamera gewünscht.

gh5

Abgesehen davon hat Panasonic mittlerweile ein solides Sortiment an starken Kameras, dazu gehört auch die neue G80 (bzw. G81 für den europäischen Raum? Die Namensgebung ist mehr als extrem verwirrend…). Besonders die 5-Achsen-Stabilisierung überzeugt und auch 4K findet immer mehr Einzug in den kleineren Modellen. Ich habe etwas die Sorge, dass die größeren Brüder jetzt zu schnell auf die (sorry) dummen Forderungen der Consumer eingehen und 6K oder mehr einführen, anstatt lieber die vorhandene Qualität weiter zu verbessern. Besonders daher schätze ich den Schritt der GH5 sehr, 10Bit Aufzeichnung vorzustellen.

DJI

Obwohl es von dem chinesischen Hersteller keine direkten Neuigkeiten gibt, war es für mich dennoch eine gute Möglichkeit endlich mal einen Ronin M in die Hand zu nehmen. Ich denke nicht, dass man Steadicam / Glidecam mit Gimbals 1:1 vergleichen kann, jedes Gerät würde ich verschiedenen Verwendungszwecken zuschreiben. Dennoch hat mich der Ronin sehr angemacht – sicherlich mehr als praktisch in vielen Situationen (besonders wenn keine Schwenks im Spiel sind) und definitiv etwas, das wir im Auge behalten werden.

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Ronin M kombiniert mit einem Steadicam System

Weniger begeistert hat mich DJIs Osmo. Das vorhandene Testmodell, welches ich in die Hände bekommen habe, war ruckelig, unpräzise, schwergängig. Ich möchte dadurch nicht auf das Osmo System generell schließen, immerhin sind die Geräte auf der Photokina im Dauereinsatz und werden vermutlich durch so viele Hände gereicht, dass sich früher oder später Mängel einschleichen können. Außerdem lässt sich von so einem kurzen Test selbstverständlich nichts über die Aufnahmequalität sagen, hierfür gibt es im Internet genug andere Anlaufstellen.

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Schon länger habe ich der Möglichkeit entgegengefiebert, mir den DJI Drohnenkonkurrenten einmal live anzuschauen. Leider bekommt man auf der Photokina nicht die Chance, die Drohnen auch tatsächlich einmal zu fliegen – was das Urteilen noch unmöglicher macht als die Tatsache, dass man kein Footage damit schießen kann. Der erste Eindruck auf Stefan als auch mich war jedoch eher ernüchternd. Dass die Drohnen eher billig aussehen, darüber könnte ich absolut hinwegsehen. Abgeschreckt wurde ich viel mehr von den Fernbedienungen, die sich viel zu groß und klobig anfühlen und sich entgegen der Spielzeugartigen Optik wohl eher an geübte Modellflieger richten. Fliegen würde ich die Typhoon Modelle dennoch gerne einmal, denn letztlich kann man sich von einem kurzen Eindruck keine runde Meinung bilden.

GoPro

Nach der Pressekonferenz war ich noch etwas vor den Kopf gestoßen. Das große Verkaufsargument, die Kamera von der Drohne abnehmen zu können und als Handgimbal weiterzuverwenden, ist nämlich schon lange Teil der eben erwähnten Typhoon Reihe. Doch heute muss ich sagen: die GoPro Karma ist mein persönlicher Gewinner der Photokina 2016. Die Drohne ist wirklich extrem handlich / klein und lässt sich durch das Einklappen der Propeller super schnell auf- und abbauen. Gemeinsam mit dem im Promovideo zu sehenden schmalen Rucksack, ist sie wohl der perfekte Begleiter für unterwegs, Hochzeiten oder sonstige dokumentarische Arbeiten. Während die Karma mit einem Gewicht von 1 kg beworben wird, stimmt das nur bedingt. Hierbei wird der Akku außen vor gelassen, der ca 3/4 der Drohne ausmacht und fast gleich viel wiegt oder sogar mehr als der Flugkörper selbst.

gopro-karma

Die Fernbedienung mit integriertem Bildschirm macht soweit einen guten Eindruck, ebenfalls alles sehr kompakt. Mit der App verspricht GoPro die Möglichkeit der Kamerasteuerung durch eine zweite Person. Sofern sich das tatsächlich auf Kamerabewegung und nicht nur auf Kameraeinstellung bezieht, wäre das ein weiteres Feature, dem wir hier gerne entgegenschauen.

Die Hero5 gefällt mir vom Design her nicht allzu gut, dass sie nun aber auch ohne extra Gehäuse wasserdicht ist, gefällt mir gut. Ich hoffe, dass sich auch am Bild bzw Codec nochmal etwas getan hat, wobei die Hero4 Black ja auch schon gute Dienste leistet. Dem nun obligatorischen Bildschirm blicke ich mit gemischten Gefühlen entgegen: Wie stark wirkt sich dieser auf die Akkuleistung aus? Die Touch-Bedienung funktioniert auf jeden Fall trotz der ziemlich kleinen Bildschirmoberfläche präzise und flüssig.

Wer sich die Karma Drohne im Paket mit der Hero5 (Session oder Black) kauft spart deutlich im Vergleich zum separaten Kauf von Drohne und Kamera. Wir werden hier auf jeden Fall zuschlagen und natürlich ein Review erstellen.

Blackmagic Design

Hier haben wir unter anderem die Möglichkeit wahrgenommen, DaVinci Resolve mit den schönen Control Panels zu bedienen und ganz neu kennenzulernen. Außerdem wurde das mehr als eindrucksvolle Raw Material der Ursa Mini 4,6K zum Bearbeiten zur Verfügung gestellt – da schlägt das Filmemacherherz höher! Besagte Ursa Mini gab es selbstverständlich auch zum selber probieren, allerdings in einem ziemlich einseitig ausgeleuchteten Set. Schade! Hier wäre die Möglichkeit gewesen, einmal den enormen dynamischen Umfang der Kamera zu demonstrieren. Stattdessen 2 Models im Highkey Setting. Nunja, dennoch eine Kamera, die bei uns auch ganz weit oben auf der Liste steht für anstehende Projekte. Der Ersteindruck ist typisch Blackmagic Design: Schlicht, aufgeräumt, hier und da etwas ZU minimalistisch. Doch wie immer lassen die Australier die wie erwähnt beeindruckende Bildqualität für sich sprechen, und die spricht laut.

miniursa

Außerdem habe ich mich sehr darüber gefreut, mit einem der Mitarbeiter über den Video Assist 4K zu sprechen. Der Kritikpunkt, dass man keine Files löschen, sondern nur die Speicherkarte formatieren kann, scheint angekommen zu sein. Wie schön wäre es, wenn diese vermeindliche Kleinigkeit in Kürze geändert wird?
Nachdem mein erster Video Assist geklaut wurde und wir auf das 4K Modell umgestiegen sind, habe ich völlig vergessen wie klein und handlich der kleine VA ist. Definitiv eine Anschaffung, die sich für nicht-4K Projekte lohnt und auch für uns nochmal in Betracht kommt.

Sonstiges

Natürlich haben wir noch weit mehr Stände besucht, allerdings habe ich nicht das Gefühl, darüber viel berichten zu können. Bei Sony gab es bisher nichts neues, was mich interessieren würde. Die A99II wird sicherlich eine massive Kamera, der 42.4 Megapixel große Sensor gibt aber die Zielgruppe deutlich an: Fotografen. Die Videooptionen sind absolut solide, aber kein Schritt nach vorn. Außerdem hat Sony nach wie vor eine riesige, extrem teure Auswahl an wunderbaren Kameras. Wir haben es uns nicht entgehen lassen, Philip Blooms Vortrag auf der Sony Stage zu lauschen. Ein netter Schnellüberblick ohne echten Tiefgang, aber dennoch ulterhaltsam. Red stellt nach wie vor Kameras mit umwerfenden Ergebnissen her. Eine Raven gab es allerdings nicht zu sehen, dafür die stark limitierte Red Helium 8K. Auch bei Røde trifft man auf altbekanntes, ansonsten haben wir diverse Objektivhersteller wie Zeiss, Sigma oder Voigtländer besucht – aber auch hier fehlt ein tatsächlicher Praxiseinsatz für eine Beurteilung.

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