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Mencouch Musikvideo – Part I

Processed with VSCOcam with m3 preset

Allgemeines

Der Dreh sowie das Video mit Mencouch versprachen von Anfang an, etwas Großes zu werden. Das hatte verschiedene Anhaltspunkte. Grundsätzlich kommen Bands unterschiedlich auf mich zu, mal mit einer konkreten, mal mit einer weniger konkreten Idee. In seltenen Fällen auch mal gänzlich ohne Vorstellung (zugegeben würde ich mir hiervon manchmal mehr wünschen, sofern mir kreative Freiheiten gegeben werden). Was nicht heißen soll, dass ich nicht von nahezu jeder Band mit großer künstlerischer Freiheit begrüßt werden würde. Trotzdem halte ich mich dabei natürlich an ihre Vorstellungen (oder versuche es so gut wie möglich) und setze diese meinem eigenen Stil entsprechend um.
Mencouch hatten von vornherein Vorstellungen für das Video – diese waren zwar nicht von Anfang an vollständig klar definiert, aber eine Richtung war da. Und die Richtung gefiel mir, sowie auch das Setting und die Aufmachung mit BMXern, Tänzern, Künstlern, Feuer, usw.
Des Weiteren konnte mir die Band ein Budget in die Hand drücken, mit dem ich sehr gut arbeiten kann. Ich betone immer wieder – besonders in der Anfangsphase der Kommunikation mit einer Band bzw. generell Kunden – dass man auch mit kleinem Budget viel machen kann. Aber irgendwo sind Grenzen gesetzt und mit einem größeren Budget ergeben sich meist auch mehr Möglichkeiten. (Ich betone nochmal: meist! Ein hohes Budget garantiert kein gutes Video, und ein kleines Budget hat nicht zwingend ein schlechtes Video zur Folge.)

Vorbereitung

Da ich häufig mit Bands drehe, für die das ihr erstes Video ist, sieht es meist so aus, dass ich mich um alles technische, organisatorische und die allgemeine Dispo kümmere, während die Band eine Location scouted. Vor Ort sind dann im Normalfall die Band, ich, in seltenen Fällen noch die ein oder andere Freundin eines Bandmitglieds, um ein wenig basic zu schminken. Selbstverständlich habe ich hier und da auch in kleineren Teams gedreht, doch die Vorbereitung liegt meist bei mir.
Beim Dreh für Mencouch hingegen waren von vorne herein mehr Leute involviert, und die Organisation verlief wesentlich harmonischer verteilt. Ich konnte mich daher gehend voll auf das benötigte Equipment für eine gute Umsetzung sowie meine Reisedispo kümmern.
Das hat zwar den Nachteil zur Folge, dass ich nicht genau wusste was auf mich zukäme und ob an alles gedacht wurde – aber in diesem Fall musste ich mir da keine Sorgen drum machen und alles, worum ich die Band gebeten hatte, wurde berücksichtigt.

Team

Ich habe mir via Facebook noch einen lokalen Assistenten/Setrunner/B-Cam-Operator ausfindig machen können, an dieser Stelle nochmal danke, das war wirklich super! Außerdem war ein überaus fähiger, guter Making-Of Kameramann vor Ort, der neben Ideen und helfenden Händen am Ende auch noch als C-Cam-Operator ausgeholfen hat – auch hier danke! (Ich bin generell dem ganzen Team dankbar – daher werde ich mich von hieran nicht nach jedem Satz bedanken)
Abseits vom Set wurden den Bandmitgliedern Kostüme / Uniformen maßgeschneidert. Am Set wurden wir zusätzlich von etlichen helfenden Händen und einer enorm talentierten Maskenbildnerin begleitet. In eigener Regie war das damit mein größtes Set – und auch dementsprechend aufregend.

Ruhe vor dem Sturm am Set kurz vom Aufbau am Drehtag #2
Technik

Alles in allem sehr überschaubar und doch aufwändig genug unter dem Gesichtspunkt, dass wir sehr unter Zeitdruck standen (mehr dazu unten). Dass natürlich etliche Kleinteile dazu gehören sowie Rig und Glidecam für die GH4s, habe ich in der Liste außen vor gelassen.

Kameras
Sony FS-7
Panasonic GH4 (+ Atomos Shogun)
Panasonic GH4

Optiken
Carl Zeiss CP 21mm T2.9
Carl Zeiss CP 50mm T1.9
Carl Zeiss CP 85mm T1.9
Sigma 10mm F2.8
Tokina 11-16mm F2.8
Canon 50mm F1.4
Panasonic 12-35mm F2.8

Licht
4x 2kW Arri Stufenlinsen
2x 12×12 Butterfly Diffusion

Tatsächlich nicht so chaotisch wie es aussieht: ein Teil des Band- sowie Videoequipments

Dreh

Da es aller Voraussicht nach ein Making of in Videoform geben wird, werde ich mich hier kurz halten. Gedreht wurde in zwei Nächten, welche im Sommer überaus kurz ausfallen. Wirkliche Dunkelheit hatten wir zwischen 22 und 4 Uhr, maximal. Mit einer strikt getakteten Drehdispo sind wir (durch die Möglichkeit, zwei verschiedene Shots gleichzeitig machen zu können) sogar mit einer überraschenden Zeitersparnis in den Dreh gestartet. Tricky wurde es erst später, als wir angefangen haben mit der Band selbst zu drehen. Das Feuer einzurichten, damit es die Bedürfnisse des Videos sowie der Location sinnvoll abdeckt, die Nebelmaschinen sinnvoll positionieren, zu testen, richtige Stärke finden, etc pp.
Außerdem musste die Maske des Frontmanns nach jedem Take neu ‚festgeklebt‘ werden. Durch all diese Dinge ging viel zu viel Zeit drauf und schnell wurde klar, dass wir auf einige Shots, die wir uns vorgenommen hatten, verzichten müssten. Drehschluss war zwangsweise um 4 Uhr morgens und nach Abbau, Heimfahrt, Dusche lag ich um knapp 8 Uhr morgens auf der erlösenden Couch.

Zeittechnisch sah der zweite Drehtag ähnlich aus. Maske und Aufbau ab 17.30 Uhr, Dreh von 22 bis 4 Uhr durchgetaktet, neben erneuten Bandszenen vor allem mit den Künstlern, BMXern etc.
Kurz nach Drehbeginn gab es leider einen recht schwerwiegenden Unfall mit einer der Feuertonnen. Ich lege daher allen Lesern, die möglicherweise selbst mal mit der Materie zu tun haben werden, ans Herz: Feuer ist zu keinem einzigen Zeitpunkt zu unterschätzen! In einem winzigen kleinen Moment ist die Lage am Set dermaßen eskaliert, dass es neben den Verletzten auch für alle Unbetroffenen am Set eine mentale und körperliche Belastung darstellte. Natürlich hat uns der Zwischenfall stark im Zeitplan zurückgeworfen, aber in erster Linie ging es hier selbstverständlich um die Gesundheit der Betroffenen.

Aussicht auf Part II

Auf die Postproduktion bin ich auch sehr gespannt. Dort werden mich auf jeden Fall einige Schwierigkeiten erwarten und ich bin gespannt, wie gut ich damit zurechtkomme. Mehr dazu dann, wenn es so weit ist.
Ich hoffe übrigens, dass dieser Eintrag Sinn ergibt. Zu dem Zeitpunkt, in dem ich diesen Text schreibe, befinde ich mich auf der Rückreise von Berlin nach Köln, direkt vom Set in den Fernbus (fliegen von Köln nach Berlin war natürlich angenehmer bzw schneller), seit mittlerweile 27 Stunden nicht mehr geschlafen und alle Ereignisse noch direkt im Nacken.

EDIT: Jahre später, Part II kam nie. Sorry dafür!Marius, 2017

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