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„Mein Leben mit“ Ep. 02: FHugen Honu Cage v2

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Moralischer Standpunkt: Ich wurde von keiner/m Firma/Hersteller hierfür bezahlt oder verdiene mit diesem Eintrag etwas. Dieses Review entspricht nur meiner eigenen persönlichen, subjektiven Meinung sowie Erfahrung. Da ich dieses Review in meiner freien Zeit angefertigt habe, und nur mit meinem vorhandenen Equipment, kann ich auch nur für diese Kombination(en) sprechen.

Warum ein Cage?

Nachdem ich mich gegen Ende des Jahres dafür entschieden habe lieber die GH4 weiter zu riggen, statt in eine neue „richtige“ Kamera zu investieren, kam mit der Ankunft des Video Assists  die Verantwortung nun weiter zu machen. Was benötigt also eine DSLR/DSLM wie die Panasonic GH4 als Grundlage für ein nutzbares Rig? Ich habe schon immer mit einem Kameracage eine Hassliebe geführt: Einerseits gefiel mir der Gedanke immer gut, auf der anderen Seite hat sich der zwingende Nutzen bisher nie großartig aufgetan, besonders für den Preis der meisten Modelle.
Wer billig kauft, kauft zweimal. Das hört man ja immer wieder und leider musste ich die Realität dahinter schon häufig erleben – allerdings sehe ich trotzdem keinen Zwang immer zu extrem teuren Produkten zu greifen. Ich war im Zuge des Video Assists eigentlich auf der Suche nach einer reinen Entlastung für den Micro-HDMI Ausgang der GH4, da dieser doch sehr anfällig gelegen ist und wohl schnell ausleiert. Angepeilt war ein Lockport, welcher zum Einen von Micro HDMI auf HDMI adaptiert und zum Anderen den Eingangswinkel für das Kabel um 90° ändert. Statt zur Seite geht das Kabel dann nach hinten (also dem Benutzer entgegen). Ein einfaches, praktisches Teilchen, sollte man denken.  Der Preis von 150€ hat mich dann allerdings doch umgehauen, für einen HDMI-Adapter und eine kleine Metallplatte. In einem detailreichen Fachgespräch mit Luca Leinemann, der selbst ein äußerst gelungenes GH4 Setup zur Schau trägt, schlug er mir vor direkt einen Käfig anzuschaffen. Auf Empfehlung habe ich mir also den Kamerar Honu Cage FHugen v2 für die GH4 genauer angeschaut und kurz darauf bestellt.

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Gutes am Kamerar Honu Cage

Allem voran möchte ich den geringen Preis von aktuell 119€ nennen. Für das was man hier geliefert bekommt, ist das ein wirklich gutes Angebot. Der Grundgedanke besteht in den vielen Mounting-Möglichkeiten und dem zusätzlichen Schutz, der mit einem Cage kommt. Der Honu kommt mit zahlreichen 1/4 und 3/8 Zoll Gewinden sowie mehreren Blitzschuh-Anschlüssen daher. Dadurch lassen sich einfach und kompakt alle erdenklichen Zusatzgeräte anschrauben, mehr dazu unten. Trotz des geringen Preises fühlt sich der Käfig sehr hochwertig an; Er besteht komplett aus Aluminium, dadurch ist er robust und trotzdem nicht sonderlich schwer (340g). Ich gehe davon aus, dass sich früher oder später das Schwarz verabschieden wird, aber das ist ein Verlust den ich verkraften kann.
Die Kamera wird mittels einer 1/4-Zoll Stativschraube von unten und einer Blitzschuhhalterung (beides im Lieferumfang enthalten) von oben befestigt und sitzt damit sicher und fest im Käfig.

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Der Vorteil an einem maßgeschneiderten Cage gegenüber einem „normalen“ liegt definitiv in der Erreichbarkeit aller wichtigen Fächer und Tasten. Hier schneidet der Honu gut und nicht so gut ab. Positiv sei auf jeden Fall das offene Batterie- sowie SD-Karten-Fach erwähnt. Ohne Probleme lassen sich also Akkus und Speichermedien wechseln. Selbst das Klappdisplay ist nach wie vor nutzbar, wenn auch leicht eingeschränkt. Auch die 3,5mm Klinken-Buchse ist nicht versperrt. Bei den Knöpfen der GH4 (zumindest denen, die sich auf der oberen Seite befinden) hingegen gestaltet sich das etwas schwieriger. Leider sind diese schwerer und umständlicher zu erreichen – schade! Nicht unmöglich, aber schwieriger. Die betroffenen Knöpfe sind: Weißabgleich, ISO, Belichtungs-Korrektur sowie On- und Off-Schalter und Modi-Drehrad. Man gewöhnt sich schnell daran, trotzdem hätte man hier noch etwas besser zuschneiden können, finde ich.
Dafür hat der Honu aber eine mitgelieferte HDMI Kabelklemme, was zwar einem Lockport nicht gleich kommt, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis auf jeden Fall einschlägt. Ein angeschlossenes Micro-HDMI Kabel wird also am Ausgang geschützt, ohne auf HDMI (groß) zu adaptieren.

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Nutzt man keine der Gewinde an der rechten Seite, hat man hier auch einen guten Griff zum Führen aus der Hand (auch wenn es ganz klar nicht dazu gedacht ist).

Nicht so Gutes am Kamera Honu Cage

Die versperrten Knöpfe an der Oberseite der GH4 wurden ja bereits erwähnt, abgesehen davon stört eigentlich nicht viel. Etwas schade finde ich die Tatsache, dass sich an der Unterseite nur ein Gewinde für eine Stativplatte befestigt, hier hätte ich mich über ein zweites Gewinde zur geraden, doppelten Sicherung gefreut.
Was man definitiv beachten muss, wenn man sich einen Käfig anschaffen möchte, ist die lange Umbauzeit. Das ist nicht die Schuld des FHugens, ein Cage ist einfach zum Zusammenbauen und so belassen gedacht. Sollte die Kamera voll geriggt sein, kann ein kompletter Abbau kostbare Minuten in Anspruch nehmen. Vor allem die HDMI Kabelklemme, welche nur über einen Innensechkant gelöst werden kann, ist für einen schnellen Auf- und Abbau nicht geeignet. Daher richtet sich ein solcher Käfig vor allem an Filmer wie mich, die auf die Fotofunkion wenig bis gar keinen Wert legen.

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Rigging

Aktuell ist mein Rigging noch nahezu ausschließlich auf stativische Aufnahmen ausgelegt, das Ganze wird mit der Zeit wachsen und sich ausweiten. Wer wie ich einen Metabones Adapter benutzt, muss die untere Fußhalterung abnehmen, ansonsten passt die Kamera nicht in de Käfig.
Abgesehen von der Kamera ist wie gesagt der Blackmagic Video Assist Hauptbestandteil meines Rigs und für ein aktuelles dokumentarisches Projekt noch ein externer Rekorder mit dem Rode NTG-2 im Shock-Mount.
Was hier schnell klar wird: Kabel nerven! Wenn man nicht genau aufpasst, hat man allzu schnell einen Kabelsalat geschaffen, der zum Einen nicht sehr professionell wirkt, zum Anderen auch der Produktivität nicht gerade zugute kommt. Für das Mikrofon bekommt man günstig und einfach kurze XLR-Kabel, für den Video Assist hat sich das als kostspieliger herausgestellt. Nachdem ich die 0,5m „Kabelrolle“ nicht mehr ertragen konnte, habe ich mich dazu hinreißen lassen, die über 30€ für ein Atomos-Spiralkabel zu bezahlen. Ich hoffe, dass sich diese kleine Investition bezahlt machen wird.
Auch das Kabel des Abhör-Kopfhörers versuche ich gerollt und mit Klettband möglichst stör-frei zu befestigen und nur die benötigte Länge frei baumeln zu lassen. Überhaupt ist Klettband eine klare Empfehlung für jeden, der es in sein Kabelmanagement und Transport nicht ohnehin schon integriert hat.

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Oben: mit normalem HDMI-Kabel“salat“. Unten: Atomos HDMI-Spiralkabel. Stört im Betrieb wesentlich weniger!

Fazit

Wer nach einem günstigen, guten Kamerakäfig sucht, wird hier auf jeden Fall fündig! Von mir gibt es eine klare Empfehlung für GH4 und Sony A7S(II) Nutzer.

In der nächsten Episode von „Mein Leben mit“ befasse ich mich mit Ein- und Dreibeinstativen.

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