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Masse statt Klasse: Reichweite und Social Media

Dieser Eintrag mag für einige Leser zu konservativ wirken – vielleicht ist es das auch. Aber je mehr ich es beobachte, desto mehr ärgert es mich, bzw. bestärkt mich in meinem Denken. Natürlich ist mir bewusst, dass wir, die Generation Facebook (oder wieauchimmer) um Likes, Follower, „Freunde“ usw kämpfen müssen, wenn wir – gerade als Unternehmer – irgendwo hin wollen. Doch verlieren dabei die Meisten das Ziel aus den Augen. Die Zahl regiert, wer die meisten Likes hat ist auch am erfolgreichsten. Ist das so?

Ich finde es völlig gerechtfertigt, gerade in den Startlöchern einer Facebookpage, seine Freunde ‚einzuladen‘ diese mit einem ‚Like‘ zu markieren. Und auch Werbung zu machen ist völlig legitim, wichtig und notwendig. Mich stört nur die Art. Ich selbst bin in sehr vielen Foto/Video/Kamera Gruppen auf Facebook, und sehe immer und immer wieder die selbe Art von Postings: „Würde mich über einen Like auf meiner Seite ‚xyz Photography‘ freuen :)“

Das mag auch legitim sein, aber sicherlich nicht erfolgreich. Viel schlimmer sind dann jene Postings, die völlig am Gruppenthema vorbeigehen. Diese typischen Spam-Postings, die den einzigen Zweck haben, überall im Facebook zu sein. Selbst wenn in den Kommentaren dann Fragen zu dem Thema auftauchen, bleiben diese unbeantwortet vom Autor des Postings. Hauptsache, die Seite hat viele „Gefällt mir“s. Ob das dann Leute sind, die sich überhaupt für das Thema interessieren, oder potenzielle Kunden, das ist völlig egal. Die Zahl regiert.
In letzter Zeit bekam ich einige Hilfeangebote aus dem Freundeskreis, meine Reichweite konsequenter zu erhöhen. Das ist unheimlich lieb, und auch ich kann natürlich nicht mehr ohne Social Media weiterkommen. Trotzdem war mein erster Gedanke: „Okay, aber wen will ich denn erreichen?“

Von Anfang an wollte ich offtonewadventures niemandem aufzwingen, habe niemandem zum ‚liken‘ eingeladen. Natürlich habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Seite existiert usw. Doch war es immer ein Projekt, was ich für mich machen wollte und mache. Dabei habe ich natürlich das große Glück, dass meine Kunden größtenteils durch Mund zu Mund Propaganda auf mich aufmerksam werden. Ich möchte mich weit entfernen von dem Wort „Selbstläufer“, denn das ist es nun wirklich nicht und ich investiere genug Zeit, Energie und auch Geld hier rein, um mir das nicht vorwerfen lassen zu müssen.

Das heißt für mich also: meine Zielgruppe mit der Facebookseite etc sind nicht zwangsweise Bands etc, auch wenn ich mich natürlich immer freue wenn meine Kunden von alleine einen „like dalassen“. Das sehe ich dann als Zeichen, dass es ihnen wirklich gefällt – danke dafür! Aber ich weiß nunmal auch, dass meine Inhalte in vielen Fällen einfach nicht ansprechend sind für Musiker (natürlich nicht kategorisch, Ausnahmen gibt es selbstverständlich immer).

In den letzten Blogeinträgen ging es immer mal wieder um die Neudefinition meines Zielpublikums. Allerdings hatte ich dafür bisher nie eine Definition und wollte eher selbst zielorientierter werden. Planmäßig werde ich in wenigen Wochen endlich wieder mehr Zeit haben für meine YouTube Videos, mit Hilfe derer ich mein Zielpublikum klar machen möchte: Leute wie mich. Natürlich möchte ich auch meinen Kundenkreis erweitern, da sprechen derzeit meine Arbeiten für sich und bringen mir kontinuierlich neue Kundenanfragen, was mich unheimlich glücklich macht. Ich weiß, dass man vor allem im Freelance-Bereich immer auf dünnem Eis läuft, von daher nehme ich das Ganze nicht auf die leichte Schulter und werde weiterhin viel dafür tun, um mein Arbeitspensum oben zu halten.

Das führt mich dann wieder zum anfänglichen Thema. Mit dem was ich mache, werde ich nie ein Millionenpublikum erreichen. Und das ist völlig okay. Zur Zeit dieses Blogeintrags hat meine Facebookpage 230 likes, was in den Augen der Gesellschaft gleich Null ist. Mich macht es froh, ich freue mich über jeden einzelnen, der sich für einen Blick hinter meine Videos, oder für meine Videos generell – interessiert. Wer sich nicht dafür interessiert, sollte auch die Seite nicht ‚liken‘.

Abschlussworte: Ich möchte mit diesem Eintrag niemandem zu nahe treten, ich verstehe die Wichtigkeit von Reichweite absolut und wie oben erwähnt weiß ich, dass es nicht immer so gut via Mund zu Mund Propaganda funktioniert wie für mich. Wer aus diesem Blogeintrag etwas gegen ‚Likes‘ oder Social Media, Networking etc herausgelesen hat, sollte bitte nochmal von vorne lesen.

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