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Making of: Mel T. Eyes – Reflections

Allgemeines

Vor ein paar Monaten kam von den Mel T Eyes Jungs die Frage nach einem neuen Musikvideo, was mich sehr gefreut hat – nachdem wir Mitte des vergangenen Jahres bereits zusammen gedreht hatten. Damit ist Mel T Eyes die erste Band (abgesehen von Freundschaftsdiensten mit zB Madame Pathetic, PDR, DayDreamer), mit der ich an mehreren Projekten gearbeitet habe. Zwar habe ich inzwischen ein paar weitere Drehs mit ‚alten Bekannten‘ anstehen – aber dennoch waren Mel T Eyes die ersten.

Der erste Dreh war ohne Frage interessant, und doch war ich mit dem Ergebnis nicht 100%ig zufrieden. Ich kann nicht mit dem Finger darauf deuten, was mich stört, aber etwas stört mich. Daher war ich umso glücklicher, nochmal die Chance bekommen mit den Jungs zu arbeiten. Ein größeres Budget, eine größere Planung, ein größeres Ergebnis. Soviel zumindest zur Theorie.

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Danke für die Fotos an Blattkunst Fotografie

Das Equipment

Das erwähnte Budget erlaubt natürlich auch größere Möglichkeiten. Zeitlupen möchte die Band im Video haben, also denke ich zuerst wieder an die Sony FS-700. Vielleicht mit dem Odyssey Q7, mit der Möglichkeit kontinuierliche Zeitlupen in 2K Raw aufzunehmen. Der Gedanke gefällt mir, doch in Köln ist das gar nicht so leicht zu finden, auf die „Bazooka“ Variante der FS-700 mit dem offiziellen externen Rekorder möchte ich mich nicht einlassen, da hiermit filmen aus der Hand oder von der Schulter mehr oder weniger wegfällt und Glidecam sowieso. Auch ist RAW dann doch ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen. Ich entscheide mich also für Sonys neues Produkt, die FS7. Kontinuierliche HFR-Aufnahmen (bis zu 150 Frames bei 25p), 4:2:2 10-bit Codec, slog3.

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Hier also die komplette Liste:

Kameras

Sony PDW-FS7
Canon 7D
GoPro Hero Black 4

Linsen

Carl Zeiss Compact Prime 21mm T2.9
Carl Zeiss Compact Prime 50mm T2.1
Canon 28mm f1.8
Canon 50mm f1.4
Canon 85mm f1.8
Canon 24-105 f4 L

Licht

6x 1kW Arri Stufenlinse
3x 800W Arri Fluter

Stative

Manfrotto 525MVB Stativ + 501HDV Kopf
Manfrotto MVM500A Einbeinstativ
Glidecam HD-2000
GoPro Brustgurt
140cm Slider

Filemanagement & Sonstiges:

Rode NTG-2 Richtmikrofon
MacBook Pro
1 TB LaCie Festplatte
Kartenleser
Akkus, Batterien, Ladegeräte, Speicherkarten, Schraubenzieher, Blasebalg, WD-40, Gaffa, haufenweise Stromkabel / Kabeltrommeln

Hier möchte ich direkt auf mein Making Of Video verweisen, da der Blogeintrag eher als Zusatz zu sehen ist.

Die Kamera // Problematik

Die FS7 ist noch sehr jung, und hat bereits Firmware-Updates bekommen, um die ersten Kinderkrankheiten zu beseitigen. Ich hatte allerdings noch ein V1.0 Modell, daher kann ich zu der aktuellen Firmware nichts sagen. Es gab aber auch mit der V1.0 keine nennenswerten Probleme was Bugs o.ä. betrifft. Die Kamera hat super performt und ich kann keine Mängel feststellen; das Footage sieht super aus, und auch nach langer Laufzeit gab es keine Probleme mit dem jungen Modell.

Dafür ist vieles sehr fummelig; das befestigen des Monitors zum Beispiel, besonders wenn man nur eine freie Hand hat, da man mit der anderen die Kamera heben muss. Insgesamt gefällt mir die Haptik gut, der Griff für die Führung auf der Schulter ist zwar eindeutig zu kurz (auch für Leute mit kürzeren Armen als ich sie habe, da bin ich sicher), aber der Ansatz gefällt mir und ich habe die Kamera sowieso fast ausschließlich am oberen Griff geführt. Das funktioniert einwandfrei, liegt gut in der Hand und führt zu super Ergebnissen für mich. Für filmen von der Schulter bin ich in den meisten Fällen mit fast 2 Meter Körpergröße sowieso zu groß, außer für Aufsichten. Ali (Vocals) ist außerdem relativ klein im Vergleich zu mir, von daher wäre der Effekt der Aufsicht noch unangenehmer aufgefallen.

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Eine generelle Problematik mit Leihkameras ist, dass man vor dem ersten Dreh nicht die Zeit hat, die man eigentlich bräuchte, um sich mit den Funktionen, der korrekten Belichtung (in unserem Falle im slog3) etc pp zu beschäftigen. Am Vorabend zum Dreh habe ich die Kamera noch kurz zusammen mit meinem Guru und Kollegen Tobi unter die Lupe genommen. Er war mir auch hier eine große Hilfe, trotzdem würde ich heute schon anders drehen. Ich bin zwar mit dem Ergebnis sehr zufrieden, allerdings hatte ich in der Post-Produktion doch etwas zu kämpfen mit der Unterbelichtung. Ich habe den Fehler gemacht, das Bild schon im slog3 zu sehr auf das gewünschte Endergebnis zu belichten. Hier hätte mir die LUT Funktion der Kamera sicherlich gut geholfen, von der habe ich allerdings erst nach dem Dreh erfahren. Doch man macht schließlich Fehler, um daraus zu lernen. Und bereits beim Dreh mit Your Mind Is My Puppet zwei Wochen später bin ich die Dinge anders angegangen.

Das tatsächlich größte Problem, auf das wir bei dem Dreh gestoßen sind, bestand darin, dass wir vom Verleiher dummerweise keine Kartenleser für die XQD Karten der FS7 bekommen haben. Das hätte mir auffallen müssen, ist mir aber in der Hektik der Sache an sich nicht aufgefallen – ein Fehler, der mir nicht nochmal unterlaufen wird. Uns blieb also nur die manuelle Übertragung via mini-USB 2.0 von der Kamera. Nachdem also beide 64GB Speicherkarten voll waren, gab es eine ca 2 stündige Zwangspause, was unter der Tatsache, dass wir in einer Lagerhalle gedreht haben, mitten im Dezember, nachts, durchaus unangenehm für alle Beteiligten war.

Es gibt kaum etwas schilmmeres als einen Produktionsstop, besonders wenn sowieso alle schon müde sind, und es sich um solch schlechte Bedingungen (Uhrzeit, Temperatur, Beschäftigungsmöglichkeiten) handelt. Die Gefahr, dass die Stimmung umschwingt ist dann nämlich besonders hoch. Glücklicherweise war das hier nicht der Fall, die Jungs von Mel T. Eyes sind locker mit der Situation umgegangen und haben im Anschluss auch nicht weniger euphorisch weiter performt – professionelles Auftreten der Band also!

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Ich denke mehr gibt es zusätzlich zum Video nicht mehr zu schreiben. Wenn noch Fragen offen sind, beantworte ich diese gerne per Mail, Facebook, Twitter, usw.

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